Buchtipp: Glücksfall Fachkräftemangel

Melanie Müller
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21. September 2020 Lesezeit 5 Minuten
Fürchten Sie sich vor dem Fachkräftemangel? Dann empfehlen wir Ihnen dieses brandneue Buch von Stefan Dietz. Unterhaltsam, klug und überzeugend schildert der Autor, wie Unternehmen und Führungskräfte diese enorme Herausforderung in eine großartige Chance verwandeln können.

Inhalt

    Wer den Titel von Stefan Dietz Buch, das gerade erst erschienen ist, liest, der schaut wahrscheinlich zweimal hin: Glücksfall? Wie bitte soll der vielbeschworene und zähneklappernd gefürchtete Fachkräftemangel etwas Positives bedeuten? Immerhin ist er seit einigen Jahren Spitzenreiter auf der Rangliste der größten Bedrohungen für den zukünftigen Unternehmenserfolg. Wir haben das Buch “Glücksfall Fachkräftemangel” gelesen und sagen Ihnen: Dieser Mann hat Recht. Und: Lesen Sie dieses Buch, um zu verstehen, warum.

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    Wer sich fürchten muss – und wer nicht

    Fürchten müssen sich manche trotzdem. Aber eben nur die, die noch immer nicht begreifen, welche Chance in dieser Veränderung liegt. Wer weiterhin die Scheuklappen oben behält und glaubt, der demographische Wandel treffe nur die anderen und die besten Mitarbeiter könne man auch weiterhin mit hohen Gehältern an starre Strukturen und Bürosessel fesseln – der sollte langsam merken, dass ein Gewitter aufzieht, das nicht alle Unternehmen glimpflich überstehen werden. 

    De Veränderungsbereiten, die wissen, dass Menschen grundsätzlich wachsen, sich entwickeln, etwas leisten und schaffen möchten, werden vom Fachkräftemangel aber profitieren. Sie werden sich – wenn Sie jetzt bereit sind, den Wandel mitzugestalten – einen enormen Wettbewerbsvorsprung sichern und aus den Besten wählen können, während andere noch händeringend suchen.

    Unternehmer, Speaker, Autor & Arbeitswelt-Gestalter: Stefan Dietz

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    So macht Weiterbildung Spaß

    Es ist wirklich sehr inspirierend, interessant und auch unterhaltsam, wie Stefan Dietz in seinem Buch dazu ermutigt, den Fachkräftemangel einmal aus einer anderen, durchaus überraschenden und zuversichtlichen Perspektive zu betrachten. Dabei ist er keineswegs blauäugig: Dietz analysiert klug, kritisch und auch provokant den Status Quo. Er zeichnet anschauliche Bilder von den Entwicklungen, die uns in der Arbeitswelt unweigerlich erwarten – aber auch von den Handlungsspielräumen, die sich bieten. Selbst höchst aktuelle Querverweise auf die Corona-Krise fehlen nicht. 

    “Glücksfall Fachkräftemangel” ist ein Plädoyer für eine menschlichere Unternehmens- und Arbeitskultur, das wirklich kurzweilig zu lesen ist. Dietz weiß nicht nur wovon er spricht – er weiß auch wie: Er ermüdet den Leser nicht mit Zahlenspielen, Fachchinesisch oder den immergleichen Floskeln, sondern begeistert durch hervorragendes Storytelling. Ohne Arroganz oder Drohgebärden, sondern erfrischend frech und optimistisch vermittelt er, wie Unternehmen Ihre Strategien zur Mitarbeitergewinnung und Führungskräfte Ihre Rolle neu denken sollten. Schön, sich vorzustellen, wie alle Beteiligten am Ende davon profitieren, wenn unsere Gesellschaft bunter, freier, produktiver und lernfreudiger geworden ist. Und wir Arbeit als sinnhafter, kreativer, vielfältiger und gesünder erleben.

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    Interview mit dem Autor Stefan Dietz

    Weil uns sein Buch wirklich inspiriert und beschäftigt hat, haben wir Stefan Dietz zu einem kurzen Interview gebeten. Hier seine Antworten auf unsere drei wichtigsten Fragen:

    eRecruiter: Alle haben Angst vor dem Fachkräftemangel. Sie sprechen vom “Glücksfall”. Warum ist Ihr Blick darauf so positiv?

    Stefan Dietz: Wenn man den Fachkräftemangel aus einer gesellschaftlichen Perspektive betrachtet, dann ist er als positiv zu bewerten, weil er bedeutet: Genug Arbeit für alle. Die Arbeitsbedingungen für die Menschen werden besser. Der Fokus wird sich auf sinnvolle Tätigkeiten richten.

    Aus Unternehmenssicht stellt der Fachkräftemangel natürlich erst einmal eine Bedrohung dar. Für manche wird er sogar ein Todesurteil bedeuten. Eine Auswirkung ist aber auch, dass sich Menschen weniger gefallen lassen werden – und das bringt mehr Bewegung in den Arbeitsmarkt. Es werden sich selbst jene bewegen, die das bisher nicht getan haben. Recruiter bekommen die Chance, diese Arbeitskräfte für ihr Unternehmen zu gewinnen.

    Für alle Arbeitgeber, die ehrlich Gutes zu bieten haben, ist das also eine positive Entwicklung. Sie dürfen mit viel Interesse – von Arbeitskräften, aber auch von Medien rechnen. Es spricht sich herum, wenn es jemand anders, besser macht. Solche Unternehmen werden gute Mitarbeiter finden, auch wenn weniger Fachkräfte verfügbar sind. Aber natürlich gibt es die Kehrseite der Medaille: Für Unternehmen, die ein langweiliges, schlechtes Arbeitsumfeld bieten, wird es sehr schwierig.

    Wer Gutes anzubieten hat wird auch in Zukunft genug Mitarbeiter finden.

    Was muss sich im Recruiting vor allem verändern?

    Alles. Das Arbeitgebermarketing muss genauso professionell gestaltet werden, wie das in Marketing und Vertrieb auf der Kundenseite betrieben wird. Im Grunde kann man alles, was da gut funktioniert, auch aufs Personalwesen umlegen. 

    Es gilt, den Recruitingprozess von der anderen Seite her zu denken: Wen möchte ich denn überhaupt in meinem Unternehmen haben? Wie erreiche ich diese Wunschkandidaten? Mit welchen Argumenten überzeuge ich sie? Wie bleibe ich in Kontakt mit vielversprechenden Talenten – um sie dann fürs Unternehmen zu gewinnen, wenn sie wechselbereit sind? Wie schaffe ich ein Empfehlungsnetzwerk? 

    Dafür sollten moderne soziale Netzwerke und digitale Technologien intelligent eingesetzt werden. Es gilt, diese Prozesse zu tracken, auszuwerten und daraus zu lernen. Der erste Schritt ist also die innere Haltung, das veränderte Mindset, die Orientierung an den Menschen. Und der zweite Schritt der Einsatz eines guten technischen Prozesses. Auch hier sollte man im Vorfeld genau abwägen, was Sinn macht. Ich rate dazu, etwa vor der Integration einer Software zu klären, ob man sich damit auch gute Prozesse einkauft.

    Wie können Recruiter vom Fachkräftemangel profitieren? In erster Linie ist er ein Schreckgespenst für die Branche…

    Die Rolle des Recruiters wird in Zukunft noch viel wichtiger. Er wird zu einer der wichtigsten Personen im Unternehmen! Recruiter sollten also noch mehr Rückhalt erhalten und ihre Reputation muss wachsen. Außerdem wird der Job in Zukunft kreativer – denn vieles muss neu und anders, unkonventioneller gedacht und getan werden.

    Wer wirklich etwas Gutes zu bieten hat – der braucht nicht in Panik zu verfallen. Natürlich kommt es dabei stark darauf an, für welche Firma man rekrutiert… Aber Jammern und Klagen bringt hier ohnehin wenig. Stattdessen sollte man sich eine gute Strategie überlegen und neue Wege finden.

    Danke für das Gespräch!

    Fazit

    Wir können das Buch „Glücksfall Fachkräftemangel“ nur jedem ans Herz legen, der sich mit Mitarbeiterrekrutierung, -führung und -entwicklung befasst. Es zeigt, wie man mit der Bedrohung Fachkräftemangel konstruktiv und intelligent umgehen kann. Und wie man diese Herausforderung für eine positive Veränderung nutzt.
    Unser Buchtipp: „Glücksfall Fachkräftemangel“ – erschienen am 16.09.20 im Campus Verlag

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