Arbeit­ge­ber­be­wer­tun­gen: So ver­bes­sern Sie Ihr Image

Melanie Müller
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02. Dezember 2019 Lesezeit 9 Minuten
In Zei­ten von kununu & Co. wird es für Recrui­ter immer wich­ti­ger, dass ihr Unter­neh­men auf Bewer­tungs­platt­for­men gut abschnei­det. Wir sagen Ihnen wie!

Inhalt

    Vie­le Recrui­ter ver­fal­len beim Wort ​„Arbeit­ge­ber­be­wer­tung“ in den klas­si­schen Vogel-Strauß-Modus: Kopf in den Sand und so tun, als wären sie gar nicht da. Klar: Denn alles, was man nicht kon­trol­lie­ren kann, ist in der Unter­neh­mens­welt erst mal eher unbe­liebt.

    Beim The­ma Bewer­tun­gen gibt es aller­dings kei­nen Grund, zur Salz­säu­le zu erstar­ren. Denn ers­tens erfreu­en sich Bewer­tungs­por­ta­le wie kununu oder Glass­door immer grö­ße­rer Beliebt­heit. Nur, weil Sie sie igno­rie­ren, wer­den sie also lei­der nicht ver­schwin­den. Und zwei­tens kön­nen Sie Arbeit­ge­ber­be­wer­tun­gen als wert­vol­len Teil Ihres Employ­er Bran­ding nut­zen. Wir zei­gen Ihnen wie – mit den 5 bes­ten Tipps, um Ihr Image zu ver­bes­sern.

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    Tipp 1: Machen Sie alles richtig

    Eigent­lich ganz logisch: Wo es nichts zu meckern gibt, wird auch nicht kri­ti­siert. Ganz so leicht, wie das jetzt klingt, ist es zwar nicht, aber die Idee dahin­ter ist sim­pel. Schaf­fen Sie ein offe­nes, ehr­li­ches und Respekt-basier­tes Unter­neh­mens­kli­ma, das für hohe Mit­ar­bei­ter­zu­frie­den­heit sorgt. 

    Dazu gehö­ren fai­re Arbeits­be­din­gun­gen genau­so wie ein acht­sa­mes Mit­ein­an­der. Mit­ar­bei­ter, die sich in Ihrem Betrieb wohl­füh­len, wer­den kei­ne Ver­an­las­sung sehen, sich online nega­tiv über Ihr Unter­neh­men zu äußern.

    Auch bei Kündigung gilt: Bleiben Sie wertschätzend

    Das gilt natür­lich vor allem auch, wenn Mit­ar­bei­ter aus dem Unter­neh­men aus­schei­den. Groll über eine als unfair emp­fun­de­ne Kün­di­gung führt schnell zum Wunsch, sich im Inter­net am Arbeit­ge­ber zu ​„rächen“. Sei­en Sie also auch bei Kün­di­gun­gen dar­auf bedacht, dass Sie und Ihre Mit­ar­bei­ter im Guten auseinandergehen.

    Außer­dem bie­ten Platt­for­men wie kununu auch Bewer­bern die Chan­ce, Ihre Mei­nung über Unter­neh­men online kund­zu­tun. Ach­ten Sie also dar­auf, dass Ihr Bewer­bungs­pro­zess trans­pa­rent und fair abläuft und sowohl Bewer­bungs­ge­sprä­che als auch Absa­gen respekt­voll abge­wi­ckelt werden.

    Tipp
    Wis­sen Sie, wor­auf es bei einem guten Bewer­bungs­ge­spräch ankommt? Wir haben alle Infos dazu – in unse­rem Bei­trag ​„5 Feh­ler, die Sie im Bewer­bungs­ge­spräch nicht machen soll­ten“!
    Positive Arbeitgeberbewerbtungen von zufriedenen Mitarbeitern
    Wer dafür sorgt, dass sich Mitarbeiter wohl fühlen, der braucht vor Bewertungen keine Angst zu haben.

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    Tipp 2: Nüt­zen Sie Bewer­tun­gen zu Ihrem Vorteil

    Natür­lich liest nie­mand ger­ne etwas Nega­ti­ves über sich. Aber sehen Sie doch auch ein­mal den Vor­teil: Wo sonst kom­men Sie so schnell, direkt und kos­ten­los an Feed­back zu Ihrem Unternehmen?

    Anstatt nega­ti­ve Kom­men­ta­re gekränkt zu igno­rie­ren, soll­ten Sie sie sich in bestimm­ten Fäl­len lie­ber zu Her­zen neh­men. Bekla­gen sich vie­le aktu­el­le oder ehe­ma­li­ge Mit­ar­bei­ter über die glei­chen Miss­stän­de, gehö­ren die­se viel­leicht wirk­lich von Ihnen in Angriff genom­men.

    Auf das fokussieren, was Sie ändern können

    Emp­fin­den gleich meh­re­re User den Bewer­bungs­pro­zess in Ihrem Unter­neh­men als nega­tiv oder unpro­fes­sio­nell, herrscht auch hier Ver­bes­se­rungs­be­darf. Mit einer zeit­ge­mä­ßen Bewer­ber­ma­nage­ment Soft­ware kön­nen Sie den Bewer­bungs­pro­zess nicht nur für sich selbst leich­ter und res­sour­cen­scho­nen­der gestal­ten, son­dern auch Ihren Kan­di­da­tIn­nen eine über­zeu­gen­de Can­di­da­te Jour­ney anbieten.

    Fil­tern Sie nega­ti­ve Kom­men­ta­re nach sol­chen, die Sie zur Opti­mie­rung Ihres Unter­neh­mens nut­zen kön­nen und sol­chen, die nicht in Ihrem Ein­fluss­be­reich lie­gen. Und übri­gens: Nicht alle Kom­men­ta­re sind zwangs­läu­fig nega­tiv! Die posi­ti­ven zei­gen Ihnen, wel­che Stär­ken Ihres Unter­neh­mens Sie zusätz­lich aus­bau­en soll­ten.

    Arbeitgeberbewertungen liefern wertvolles Feedback
    Werden Sie immer besser! Arbeitgeberbewertungen sind wertvolles Feedback dafür.

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    Tipp 3: Wer­den Sie aktiv

    Ob Sie es wol­len oder nicht: Bewer­tungs­por­ta­le sind gekom­men, um zu blei­ben. Wie­so machen Sie also nicht das Bes­te draus und mischen kräf­tig mit?

    Pfle­gen Sie Ihr Pro­fil aktiv, füt­tern Sie es mit aktu­el­len Infor­ma­tio­nen, Bild­ma­te­ri­al und Vide­os. Das zeigt, dass Ihnen nicht egal ist, wie Mit­ar­bei­ter und Bewer­ber Ihr Unter­neh­men wahr­neh­men. Außer­dem lie­fert es den­je­ni­gen, die sich gera­de als poten­ti­el­le Bewer­ber über Ihre Fir­ma infor­mie­ren, neben den User-Wer­tun­gen wei­te­re wich­ti­ge Informationen.

    Suchen Sie den Dialog

    Außer­dem ganz wich­tig: Tre­ten Sie mit der Com­mu­ni­ty ins Gespräch! Ant­wor­ten Sie auf Kom­men­ta­re, stel­len Sie zu Unrecht Kri­ti­sier­tes bei Bedarf rich­tig und lie­fern Sie dort wei­te­re Infor­ma­tio­nen, wo Sie nötig sind. 

    Dass das Gan­ze mit Maß und Ziel – und vor allem Pro­fes­sio­na­li­tät! – betrie­ben wer­den muss, brau­chen wir wohl nicht extra zu erwäh­nen. Auf einen nega­ti­ven Kom­men­tar ​„Stimmt ja gar nicht!“ zu ant­wor­ten, rich­tet wohl eher zusätz­li­chen Scha­den an, als ihn zu min­dern.

    Seriö­se, pro­fes­sio­nel­le Inter­ak­tio­nen auf Augen­hö­he zei­gen aber, dass Sie ein inter­es­sier­tes Unter­neh­men sind, das auch für kon­struk­ti­ve Kri­tik offen ist. Wer weiß, viel­leicht über­zeugt gera­de Ihre Reak­ti­on auf einen nega­ti­ven Kom­men­tar den nächs­ten Bewer­ber, sich für Ihr Unter­neh­men zu entscheiden?

    Arbeitgeberimage positiv beeinflussen
    Ein ehrlich gemeinter Dialog ist auch eine Chance, die eigene Professionalität zu zeigen.

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    Tipp 4: Holen Sie Feed­back ein

    Wer­den Sie pro­ak­tiv! Denn ja, Bewer­tun­gen kom­men in den meis­ten Fäl­len von ganz allein – aber wenn eini­ge davon gezielt posi­tiv sind, kann das ja auch nicht scha­den. Trau­en Sie sich, ande­re um Feed­back zu Ihrem Unter­neh­men zu bit­ten. Im Rah­men eines kon­struk­ti­ven Mit­ar­bei­ter­ge­sprächs ergibt sich viel­leicht schnel­ler die Gele­gen­heit dazu, als Sie denken!

    Bit­ten Sie Ihre Mit­ar­bei­ter, sich auf Bewer­tungs­por­ta­len posi­tiv über Ihr Unter­neh­men zu äußern, wenn Sie mit Ihrem Job zufrie­den sind. Das bedeu­tet natür­lich nicht, dass Sie gleich­zei­tig gan­ze Abtei­lun­gen dazu ​„zwin­gen“, online über Ihre Fir­ma zu schwär­men – denn auch das wirkt sich natür­lich eher nega­tiv aus. Wie­der ein­mal lau­tet die Devi­se: Alles mit Maß und Ziel.

    Fördern Sie eine Feedbackkultur

    Beden­ken Sie, dass Sie nicht nur Ihre aktu­el­len Mit­ar­bei­ter um Feed­back bit­ten kön­nen. Zusätz­lich kön­nen Sie Feed­back zum Bei­spiel von fol­gen­den Per­so­nen einholen:

    • Lehr­lin­gen
    • Free­lan­cern
    • Prak­ti­kan­ten
    • Bewer­bern
    • etc.

    Gene­rell emp­fiehlt es sich, eine akti­ve Feed­back­kul­tur in Ihrem Unter­neh­men zu eta­blie­ren. Das bedeu­tet, dass Feed­back zu Ihrer Fir­ma regel­mä­ßig und auto­ma­ti­siert ein­ge­holt wird. Bei Bedarf kann die­ses sogar durch eine spe­zi­el­le Soft­ware und eine Schnitt­stel­le auf kununu auto­ma­tisch ein­ge­pflegt werden.

    Feedbackkultur ist wichtig
    Wer Angst vor Feedback hat, kann nicht besser werden.

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    Tipp 5: Akzep­tie­ren Sie, was Sie nicht kon­trol­lie­ren können

    Obwohl Sie alle Tipps beher­zi­gen, schlei­chen sich immer wie­der nega­ti­ve Bewer­tun­gen auf Ihrem kununu-Pro­fil ein? Das ist noch lan­ge kein Grund, in Panik zu ver­fal­len! Nega­ti­ve Äuße­run­gen über Ihr Unter­neh­men wer­den Sie nie ganz ver­mei­den kön­nen – und das ist auch gar nicht nötig.

    Beden­ken Sie, dass Men­schen gene­rell eher dazu nei­gen, nega­ti­ve Erfah­run­gen zu tei­len. Ist ein Mit­ar­bei­ter mit sei­nem Job bei Ihnen rund­um zufrie­den, sieht er ver­mut­lich weni­ger Ver­an­las­sung, sich online zu äußern als ein unzu­frie­de­ner Kollege.

    Unterschätzen Sie die User nicht

    Außer­dem sind Online-Bewer­tun­gen mitt­ler­wei­le in den meis­ten Berei­chen All­tag. Das bedeu­tet auch, dass die User gelernt haben, ein gesun­des Mit­tel­maß aus der Sum­me der Bewer­tun­gen zu zie­hen. Oder wür­den Sie bei­spiels­wei­se ein Hotel nicht buchen, nur weil eine von 100 Bewer­tun­gen schlecht ist? 

    Ver­su­chen Sie also, dort anzu­set­zen, wo Sie Ver­bes­se­rungs­po­ten­ti­al sehen und akzep­tie­ren Sie auf der ande­ren Sei­te, was Sie ohne­hin nicht ändern kön­nen. Durch eine sou­ve­rä­ne, freund­li­che Ant­wort auf einen nega­ti­ven Kom­men­tar kön­nen Sie immer noch Sym­pa­thie­punk­te sam­meln. So sind Sie auf dem bes­ten Weg, Arbeit­ge­ber­be­wer­tun­gen sinn­voll in Ihr Employ­er Bran­ding zu integrieren. 

    Und übri­gens: Das wirkt sich nicht nur posi­tiv auf Ihr Online-Pro­fil auf Sei­ten wie kununu aus, son­dern auch intern auf Ihre Mit­ar­bei­ter. Schließ­lich arbei­tet man doch gleich viel lie­ber bei einem Unter­neh­men mit einem guten Ruf, oder?

    Fazit

    Keine Angst vor Arbeitgeberbewertungen! Nutzen Sie dieses Format, um sich wertvolles Feedback für Ihr Unternehmen zu holen. Für negatives Feedback gilt: Ärger verrauchen lassen, professionell reagieren und Kritik aufnehmen. Jede negative Bewertung ist auch eine Gelegenheit, bei Lesern Sympathiepunkte zu sammeln. Freuen Sie sich umso mehr positive Bewertungen. Sie sind nicht selbstverständlich und zeigen Ihnen, wo Dinge bereits gut gelingen.

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