Employer Branding vs. Candidate Experience

Lisa Brandstetter
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16. August 2021 Lesezeit 5 Minuten
Candidate Experience ist das, was andere über Sie zu wissen scheinen. Employer Branding ist das, was Sie über sich selbst zu wissen glauben. Ein Battle zweier Giganten. Denn – beide zahlen auf die Brand eines Unternehmens ein und werden trotzdem oftmals getrennt voneinander betrachtet. Oftmals ist es wie eine Debatte zwischen dem allmächtigen Gefühl von Ehre und einer guten Reputation…

Inhalt

    Das Konzept einer Marke kennen wir alle und wir passen unsere Wahrnehmung einer bestimmten Brand im Licht unserer Erfahrungen mit dem angebotenen Produkt oder einer Dienstleistung ständig an. Wir empfehlen Marken und Produkte die bei uns im ersten Augenblick einen positiven Eindruck hinterlassen. Oftmals sind mehrere Gründe, seien es ethische oder umweltbezogene, dafür verantwortlich ob wir eine Marke wählen oder ablehnen. Können Sie bereits die Tendenzen sehen, wie das Konzept des Arbeitsmarktes angewendet wird?

    Merken Sie sich: Die Arbeitgebermarke ist der Ruf Ihres Unternehmens als Arbeitgeber!

    In einer perfekten Welt sind ein funktionierendes Employer Branding und eine gut durchdachte Candidate Experience eng miteinander verbunden. Doch was verstehen wir eigentlich unter den zwei Begriffen, die unter besten Voraussetzungen ein Synonym bilden sollten?

    Employer Branding vs. Candidate Experience
    Ihr Employer Branding und eine gut durchdachte Candidate Experience sollten eng miteinander verbunden sein.

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    Warum ist das Zusammenspiel von Employer Branding und Candidate Experience so wichtig?

    Das Offensichtliche gleich mal vorneweg: Beide Termini sind eng miteinander verbunden und wirken sich auf das Recruiting und die Bindung von Talenten aus. Der Ansatz eines jeden guten Personalmanagers sollte sein, die Arbeitgebermarke und die Kandidatenerfahrung als Synonym zu betrachten. Denn:

    • die Arbeitgebermarke ist die Art und Weise, wie Sie auf dem Arbeitsmarkt wahrgenommen werden möchten.
    • die Mitarbeitererfahrung ist das, was echten Menschen auch wirklich passiert, die sich in einem Unternehmen bewerben und auch arbeiten.
    Tipp
    Der Merksatz für jeden Recruiter*: Die Schaffung einer großartigen Mitarbeitererfahrung fördert die Produktivität und verbessert die Arbeitsmoral.

    Doch wie finde ich als HR-Manager heraus, ob ich beide Pole perfekt miteinander kombiniere? Wir haben für Sie ein kleines Denkbeispiel. Halten Sie einmal kurz inne und denken Sie einen Moment über folgende Fragen nach:

    Wie oft haben Sie Beschwerden von Mitarbeitern/Bewerbern gehört, dass ein Job nicht so ist wie er in einem Bewerbungsgespräch beschrieben war? Oder anders ausgedrückt: dass Ihr Unternehmen nicht den Erwartungen des Mitarbeiters entspricht?

    Die Antworten auf die Fragen fallen möglicherweise nicht zu Ihren Gunsten aus? Dann machen Sie sich Gedanken über Ihre Marke und wie Bewerber mittels einer guten Candidate Experience tatkräftig auf Ihre, nennen wir es einmal, Brand Experience einzahlen.

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    Wie du mir, so ich dir: Die Macht der Marke bei der Candidate Experience

    Zu allererst sollte klargestellt werden, dass jeder Recruiter, Geschäftsführer oder HR-Manager einen Bewerber so ehrlich und aufrichtig gegenübertreten sollte, wie er/sie es sich auch für sich in derselben Situation erhofft. Ein Markenversprechen hat das Potenzial, Talente zu inspirieren und sich für die Mission bzw. den Zweck des Unternehmens einzusetzen.

    Immer mehr Bewerber vertrauen bei der Auswahl ihres künftigen Arbeitgebers auf Online-Forschungsaktivitäten. So ist bereits für jeden vierten Arbeitssuchenden (Umfrage von Manpower aus dem Jahr 2014) der Ruf einer Marke ein ausschlaggebendes Entscheidungskriterium für seine Karriere. Die Assoziierung mit der Marke geht noch einen Schritt weiter. Bereits mehr als die Hälfte der Bewerber gibt an, lange vor dem Recruiting-Prozess eine Beziehung zum Arbeitgeber gehabt zu haben. Sei es als Kunde, Verbraucher oder Freund eines Arbeitnehmers.

    Mit anderen Worten, die Candidate Experience beginnt nicht, wenn dieser Kandidat eine Stellenanzeige sieht, sondern wenn sich der Bewerber zum ersten Mal mit der Unternehmensmarke beschäftigt!

    Viele Bewerber kommen oft bereits lange vor einer Bewerbung mit dem Unternehmen in Kontakt zB als Kunde, als Verbraucher oder als Freund eines Arbeitnehmers.

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    Candidate Experience in 2021

    Kaum ein Recruiter wird ohne den Begriff Candidate Experience im Jahr 2021 auskommen. Viel zu sehr wird den Unternehmen und Personalmanagern bewusst, wie wichtig eine positive Kandidatenreise für die Organisation und deren Ruf ist. Potenzielle Job-Kandidaten oder abgelehnte Bewerber schildern ihren Eindruck über das Unternehmen heute gerne auf Social Media oder über Arbeitgeber-Bewertungsseiten. Umso wichtiger ist also eine gute und vor allem positive Candidate Journey vor, während und auch bei Beendigung des Bewerbungsprozesses! Mehr Tipps, wie Sie Bewerbern richtig absagen.

    Tipp
    Bewertungsplattformen wie Glassdoor oder kununu können die Wahrnehmung von Marke und Reputation beeinflussen! Auch die Kommunikation über die sozialen Medien spielt für den Eindruck Ihrer Marke in der realen Welt eine Rolle.

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    Recruiting 2021: Benutzerfreundlichkeit is the key

    Was im Jahr 2021 verstärkt in den Vordergrund tritt, ist eine gut aufbereitete, digitale Begleitung. Bewerber wünschen sich

    • eine hohe Benutzerfreundlichkeit
    • eine klare Kommunikation
    • kurze Wartezeiten im Bewerbungsprozess
    • und ausreichend Informationen über weitere Schritte.
    Tipp
    Dabei kann eine Bewerbermanagement-Software die Arbeitsschritte wie z.B. eine zeitverzögerte Absage, automatisieren kann, eine große Hilfe sein.
    Automatisierte Kommunikation spart Zeit, nimmt viel Arbeit ab und lässt Sie professioneller wirken.

    Wichtig zu verstehen gilt, dass die Candidate Experience sich im Themenfeld des Employer Brandings befindet und beides auf ein positives Image bei Arbeitgebern einzahlt. Maßnahmen der Candidate Experience dienen dazu die Wahrnehmung von potenziellen Mitarbeitern positiv zu beeinflussen, um so eine Beziehung aufzubauen und Vertrauen zu schaffen.

    Fazit

    Gezielte Maßnahmen für eine positive Candidate Experience gepaart mit langfristigem Employer Branding können von jedem kleinen, mittleren oder großen Unternehmen genutzt werden. Gerade in Branchen, wo es derzeit schwierig ist kompetente Bewerber zu finden, aka Fachkräftemangel, zahlt es sich aus mehr Aufwand in derartige Maßnahmen zu stecken.

    Denn im Nachhinein haben Sie die Wahl zwischen den besten Bewerbern und spätere geringere Verluste, da sie keine ungeeigneten Fachkräfte oder zweitklassige Mitarbeiter beschäftigen. Für beide Seiten – sowohl für das Unternehmen als auch für den Bewerber/Mitarbeiter – eine Win-win-Situation!

    * Um unsere Texte möglichst lesefreundlich zu gestalten, verzichten wir darin auf die gleichzeitige Verwendung von männlichen und weiblichen Sprachformen. Dennoch ist uns wichtig, dass sich alle von uns angesprochen fühlen. Daher verwenden wir die männliche und die weibliche Form im Wechsel. Damit sind immer alle anderen Formen gleichermaßen mitgemeint.

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