Jobsuche 24/7: Vorsicht vor dem Online-Bewerber (Teil 1)

24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. Das Online-Universum macht die Suche nach Stelleninseraten so einfach wie noch nie. Dennoch warten Recruiter vergeblich auf passende Bewerbungen. Der Paradigmenwechsel vom aktiven Bewerber hin zum passiven Kandidaten erfordert neue Wege. Talente sind gefragter denn je und Unternehmen müssen dort sein, wo die Bewerber sind. Nur wo ist dort? Und wie locke ich Spezialisten hinter dem Ofen hervor? Wir geben einen Einblick, wie man in 5 Schritten einen Online-Jobsuchenden, zum Bewerber in der Offline-Welt macht.

Schritt 1: Lernen Sie Ihre Online-Bewerber kennen

Montagsfrust. Während am Sonntag die Arbeit noch gut ausgeblendet wird, ist Montag zwischen 09:00 und 11:00 Uhr die beliebteste Uhrzeit für die Jobsuche. Das zeigen zumindest Erfahrungen von ePunkt, dem Entwickler der Bewerbermanagement-Software eRecruiter: „Wir haben im Zuge unserer Online-Kampagnen viel über unsere Bewerber gelernt. Welches Wording ist ansprechend, werden lachende oder seriöse Personen in Jobinseraten häufiger angeklickt, bis hin zu Faktoren, die wir nicht beeinflussen können. So wirkt sich zum Beispiel die Wetterlage auch auf die Anzahl der Bewerbungen aus. Regenwetter ist in diesem Fall für uns erfreulich.“, so Sabine Steiner, Marketingleiterin für die Marken ePunkt und eRecruiter.

Tipp: Aktivieren Sie in Ihrem Google Analytics Account die „demografischen Merkmale“. So sehen Sie nicht nur die Geschlechter-Verteilung auf Ihrer Karriereseite, sondern auch die von Google zugeteilten Interessensgebiete Ihrer User.

Schritt 2: Identifizieren Sie potentielle Touchpoints

Vor drei Jahrzehnten stand es noch an der Tagesordnung Kandidaten über Zeitungsanzeigen zu finden. Heute ist dieser Bereich stark rückläufig – bereits in den 90er Jahren fand der Wechsel von Papier auf den Bildschirm statt (mehr über diese Recruiting Revolution finden Sie hier). Das Internet ist mittlerweile der wichtigste Kanal für Stellenanzeigen geworden.

 

Recruiting Zeitverlauf

Die Zeiten von „post & pray“ sind im Recruiting passé. Recruiting wird zunehmend interaktiver und stellt den Bewerber in den Mittelpunkt.

 

Schritt 3: Mehr als veröffentlichen und hoffen

Die Kunst der Online-Stellenanzeigen ist diese an die richtigen Bewerber auszusteuern. Identifizieren Sie daher potenzielle Touchpoints im Web. „ePunkt ist in der Vermittlung von IT, Wirtschaft und Technikpositionen aktiv. Wir haben daher drei sehr unterschiedliche Zielgruppen, für die wir individuelle Online-Inserate über diverse Kanäle streuen. Von der breiten Veröffentlichung auf Online Jobbörsen bis hin zu fein ausgesteuerten Google Adwords Anzeigen und saisonalen Remarketing Kampagnen versuchen wir so, Kandidaten auf diversen Wegen abzuholen.“, gibt Steiner einen Einblick in die Vorgehensweise von ePunkt. Wichtig sei zudem, dass die Anzeigenleistung laufend optimiert wird.

Nächste Woche im zweiten Teil: Warum Sie mit der „post & pray“ Mentalität keine Talente mehr erreichen und wie Sie mit Schritt 4 und 5 gegensteuern können.  

Grafik: in Anlehnung an Sven Laumer, ICR Institute: Social Media Recruiting Report 2013